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Reihe „Musikalisches Nähkästchen“ startet in Ingelheim 

Von Heike Sobotta, 19.3.2019 

https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/ingelheim/reihe-musikalisches-nahkastchen-startet-in-ingelheim_20025320

Die Sängerinnen Margaretha Bessel, Sylva Bouchard-Beier und Stefanie Rummel luden in das Ingelheimer Haus Burggarten – zum Auftakt der Konzertreihe „Musikalisches Nähkästchen“. 

Im Haus Burggarten wechseln die Sängerinnen gekonnt zwischen den musikalischen Welten. 

Foto: Thomas Schmidt 

INGELHEIM – Aus dem Nähkästchen plaudern heißt laut Duden, Einblicke zu gewähren oder Dinge zu verraten, die normalerweise kaum an die Öffentlichkeit gelangen. Haus Burggarten widmet diesen speziellen Plaudereien unter der Hand jetzt sogar eine eigene kleine Konzertreihe. Unter der Überschrift „3 Soprane packen aus!“, servierten drei Diven zum Auftakt allerlei Menschliches rund um Konkurrenz, Neid, Eifersucht und Intrigen. Denn ganz klar ist: Jede ist sicher, die Schönste und die stimmlich Beste zu sein, wenn es um die Hauptrolle und die Idealbesetzung auf der großen Bühne des Theaters überhaupt geht. Passende Vorlagen finden sich in der Musikwelt in allen Genres dazu zuhauf und zudem kann ein Text schnell passend geschrieben werden. 

Entsprechend stöberten die drei Sopranistinnen Margaretha Bessel, Sylva Bouchard-Beier und Stefanie Rummel in Opern, Musicals, Liedern und Songs. Sie strickten eine Handlung darum und packten ihren Gesang in charmante und witzige Tonfolgen, unter die der Pianist Andreas Sommer ein musikalisch feinfühliges Fundament legte. „Alles was du kannst, das kann ich viel besser, ja ich kann alles viel besser als du“, wetteiferten etwa Margaretha Bessel und Stefanie Rummel nach dem gleichnamigen Duett aus dem Musical „Annie get your gun“. Wer singt höher, hält den Ton länger, singt am lautesten oder elegant leise, verfügt über das richtige Timbre? Und wenn es um Frauen geht, wer ist schöner, versprüht mehr Erotik, wirft beim Tanz das Bein höher? 

Bevor die Damen so richtig in den Konkurrenzwirrwarr eintauchten, sorgten sie im Saal mit seinen rund 80 Sitzplätzen für gute Laune. Wie geht das am besten? Durch mitmachen. Vor jedem musikalischen Auftritt heißt es für Musizierende „einsingen oder einspielen“. Entsprechend animierten die drei Sopranistinnen ihr Publikum zum Summen und zu Lippenübungen. Das kam an, ließ den Funken zu Beginn überspringen. 

Im zweiten Teil des Konzerts, nach den behandelten Themen Schönheit und am besten sein, widmeten sich die drei Diven nun dem Mann und ihrer Beziehung zu ihm. „Man muss den Männern sagen, dass sie klug sind, denn die Wahrheit vertragen sie nicht“, waren sie sich einig, sonnten sich in ihren Gefühlen zu ihrem Pianisten Andreas, buhlten um seine alleinige, ungeteilte Aufmerksamkeit, dachten an eine „ménage à trois“. Am Ende ihr Blick in die Realität, er teilte, beglückte alle drei. 

Nichtsdestotrotz: „Nur nicht aus Liebe weinen, es gibt auf Erden nicht nur den Einen“, vereinten sich die drei Sopranistinnen zu guter Letzt im Kultsong von Zarah Leander. Das Publikum feierte die drei vielseitigen Sängerinnen und den Pianisten mit ihrem kabarettistischen Programm. Sie zeigten, man muss sich nicht auf ein Genre festlegen, kann locker und leicht zwischen Klassik, Pop und Jazz, zwischen Oper und Musical, Mozart und Georg Kreisler, bis hin zu Kompositionen von Sylva Bouchard-Baier und Arrangements von Bessel und Rummel zwischen den Welten spazieren. 

Photos: Leonie Priess